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VOIP WISSEN

Primärmultiplex – was steckt dahinter?

PMXAs, PMX, S2M, E1 oder auch PRI – alle diese Abkürzungen stehen für einen Anschluss: den Primärmultiplexanschluss. Was es damit genau auf sich hat und warum sich VoIP und im Speziellen SIP Trunks für Unternehmen sogar noch besser eignen, erfahren Sie hier.
 

Aufgrund ihrer hohen Leitungszahl werden PMX-Anschlüsse vorrangig von Unternehmen genutzt, auch wenn sie teurer als ein ISDN-Basisanschluss sind. In Deutschland gibt es derzeit 100.000 PMX-Anschlüsse. Dennoch: Die Abschaltung steht bevor und das aus einem einfachen Grund. Die PMX-Technologie ist überholt. VoIP und SIP Trunking sind der Standard, mit dem auch Unternehmen sicher, flexibel und kostengünstig telefonieren.

Wie funktioniert ein Primärmultiplexanschluss?

Ein durchwahlfähiger Primärmultiplexanschluss besteht aus 32 Kanälen, wobei 30 davon wirkliche Nutzkanäle. Neben den Nutzkanälen werden ein Kanal für die Synchronisierung und einer für die Signalisierung benötigt. Ein PMX kann sowohl über eine Kupferdoppelader als auch über eine Glasfaserleitung gelegt werden.

Die 30 Nutzkanäle bezeichnet man als B-Kanäle mit jeweils 64 Kbit/s. Der Synchronisierungs- und der Signalisierungskanal haben ebenfalls je 64 Kbit/s. Zusammen ergibt dies im Upload wie im Download eine Bruttodatenübertragungsrate von 2048 Kbit/s, weshalb man den PMX-Anschluss auch 2-Mbit-Anschluss nennt.

Eine höhere Datenübertragungsrate kann erreicht werden, wenn mehrere Nutzkanäle eines PMX-Anschluss zusammengelegt werden. Die sogenannten H-Kanäle haben dann bis zu 1920 Kbit/s.

Das Übertragungsverfahren bei Primärmultiplexanschlüssen heißt Zeitmultiplexverfahren (TDM/TDMA). Dabei werden nacheinander die Kanäle in Zeitschlitzen übertragen. Als Zeitschlitze bezeichnet man Zeitabschnitte mit einer genau definierten Länge, in denen Ressourcen für die Datenübertragung genutzt werden.

Aufteilung der Zeitschlitze:

  • Zeitschlitz 0: zur Synchronisation und zur Fehlerbehandlung
  • Zeitschlitz 1 bis 15: reine Nutzkanäle mit jeweils 64 Kbit/s
  • Zeitschlitz 16: zu Übertragung von Daten, mit denen bspw. die ISDN-Anlage gesteuert wird
  • Von 17 bis 31: reine Nutzkanäle

Somit können also 30 Nutzkanäle in nur einem Multiplexsystem realisiert werden, weshalb dies auch als PCM-30 bezeichnet wird. Damit ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung möglich, die allerdings verhindert, eine zweite Anlage über die gleiche Leitung anschließen zu können. An die örtliche Vermittlungsstelle müsste dann eine Telefonanlage über das Netzabschlussgerät NTPM (Network Termination for Primary Rate Multiplex Access) angeschlossen werden. Die Verbindungsstelle wird als S2M-Schnittstelle bezeichnet.

Der Primärmultiplexanschluss wird als Anlagenanschluss mit einem Rufnummernblock bereitgestellt, welche von Unternehmen jeder Größenordnung in Verbindung mit einer Telefonanlage genutzt werden können.

 

Primärmultiplex vs. SIP Trunking

Bekannt ist: Die Mehrheit der Nutzer telefoniert inzwischen nicht über PMX-Anschlüsse, sondern über VoIP. Dazu zählen auch immer mehr Unternehmen, die auf die günstigeren und vor allem flexibleren SIP Trunk-Tarife umsatteln.

Beim SIP Trunking werden sogenannte SIP-Accounts in virtuellen oder klassischen IP-Telefonanlagen eingerichtet. Mehrere Rufnummern oder Rufnummernblöcke können dann problemlos auf einen Trunk geschaltet sein. Die Skalierung bleibt flexibel und die Kosten halten sich übersichtlich. Ausfälle sind selten und die Telefonie bleibt qualitativ hochwertig.

Doch SIP Trunking ist nicht nur ein einfacher Ersatz für PMX. Es bietet eine Vielzahl an zusätzlichen Funktionen, für die bei einem Primärmultiplexanschluss schlicht die Voraussetzungen fehlen. Features wie Faxe online zu verschicken oder Sperrlisten für unerwünschte Anrufer anzulegen werden unkompliziert zur Verfügung gestellt, und das ohne überteuerte Mehrkosten.

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